Verfasst von: Enrico Kosmus | 21. April 2021

Orgyen Menla – Guru Rinpoche als Heiler

Verfasst von: Enrico Kosmus | 20. April 2021

Dharma-Spickzettel

Verfasst von: Enrico Kosmus | 17. April 2021

Tara – ein Segen und Schutz

Lobgesang auf die einundzwanzig Taras

Viele Menschen wünschen sich heute, glücklich, wohlhabend, weise, sicher und gesund zu sein. Wenn wir uns auf Tara verlassen und aufrichtig und von ganzem Herzen zu ihr beten, werden aufgrund ihres Segens alle unsere Wünsche schnell in Erfüllung gehen, mit Ausnahme derer, die ein starkes negatives Karma haben. Heutzutage scheinen die Menschen ein gutes Leben zu führen, sie genießen feine Kleidung und Essen, aber viele leiden. Die Quelle ihres Leidens ist nicht der Mangel an Materiellem, sondern die innere Unzulänglichkeit. Viele Menschen werden von negativen Emotionen wie Angst, Sorgen, Traurigkeit, Enttäuschung oder dem Gefühl der Ungerechtigkeit gequält. Warum entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, ihr Leben zu beenden? Es ist die innere Unvollständigkeit, der Mangel an innerer Stärke, der die Menschen dazu bringt, alles im Leben negativ wahrzunehmen, als Ursache für den Schmerz. Wenn wir also in Zeiten wie diesen Gebete an Tara richten und uns auf sie verlassen können, wird sie aufgrund ihrer erleuchteten Aktivitäten sehr schnell reagieren und all unsere Ängste und Unbehagen werden augenblicklich vertrieben werden.

In unserem täglichen Leben oder im Verlauf des Dharma-Lernens und der Dharma-Praxis sollten wir zu Tara beten, so wie es viele frühere Meister taten, damit Widrigkeiten auf natürliche Weise zerstreut werden können. Ein Beispiel dafür bin ich selbst. Als ich kurz davor war, als Mönch ordiniert zu werden, stand ich vor vielen Herausforderungen. Damals schien es mir, dass ich nicht in der Lage war, mich gegen sie zu wehren. Ich versuchte mein Bestes, und betete zu Tara und auf wundersame Weise verschwanden alle Hindernisse, die sich mir in den Weg stellten. Zu dieser Zeit studierte ich an der Grundschule von Garze, und der Schulleiter hielt große Stücke auf mich und schenkte mir viel Aufmerksamkeit. Als ich beschloss, Mönch zu werden, hatte ich meinen Abschluss noch nicht gemacht, und so musste ich meinen Schulleiter um Erlaubnis bitten, die Schule zu verlassen. Wenn ich seine Erlaubnis nicht bekommen hätte, wäre meine Familie mit einer Geldstrafe von 3.000 RMB belegt worden, was damals eine riesige Summe war, die sich meine Familie nicht hätte leisten können. Also hatte ich keine andere Wahl, als zu meinem Lehrer zu gehen und ihn um Erlaubnis zu bitten. Bevor ich sein Haus betrat, machte ich heimlich viele Rezitationen des Mantras der Tara und die Dinge entwickelten sich so reibungslos, dass der Lehrer meine Bitte ohne zu zögern genehmigte. Vor einer Weile besuchte mich dieser Lehrer und ich fragte ihn: „Ich war mir sicher, dass Sie nicht zustimmen würden, mich die Schule verlassen zu lassen, da Sie zu der Zeit nicht wollten, dass ich ein Mönch werde. Was hat Sie dazu gebracht, Ihre Meinung zu ändern?“ Er sagte: „Ich weiß nicht, warum ich zugestimmt habe, dass Sie die Schule aufgeben dürfen. Ich muss damals in einen Schlamassel geraten sein.“ Ich persönlich habe also das Gefühl, dass der Segen von Tara äußerst echt und reaktionsschnell ist.

Nun, da wir die Qualitäten von Tara lernen, ist es meine Hoffnung, dass jeder freudig sein und große Hingabe zu ihr entwickeln kann. Insbesondere gibt es heutzutage viele weibliche Buddhisten und ich denke, dass Tara als weibliche Gottheit sich wahrscheinlich besonders um Sie kümmern wird. Aus diesem Grund sollten vor allem Frauen zu Tara beten. In dieser Welt stoßen Frauen unweigerlich auf mehr ungünstige Bedingungen und karmische Hindernisse als Männer. Dies wird auch vom Buddha in den Sutras erwähnt; es ist kein Vorurteil gegen Frauen. Wenn weibliche Praktizierende also hingebungsvoll zu Tara beten, können viele ungünstige Bedingungen vollständig beseitigt werden. Natürlich sollten auch männliche Praktizierende zu Tara beten und werden sicherlich ebenfalls schnellen und immensen Segen erhalten. Hoffentlich werdet ihr alle diese Gelegenheit nutzen, um fleißig zu studieren und Tara zu praktizieren.

Ich frage mich oft, warum in diesem Zeitalter der Buddhadharma in der tibetischen Region noch so gut bewahrt werden konnte? In diesem Zeitalter der Globalisierung mangelt es nicht an materiellen Dingen wie Nahrung und Notwendigkeiten. Woran mangelt es den Menschen jetzt am meisten? An spiritueller Stärkung. Der Buddhadharma, als geistiges Heilmittel, ist in der Tat das, was die Menschheit am meisten braucht. Wie man sieht, sind viele Menschen mit hohem Bildungsniveau an der tibetischen Kultur interessiert und sehnen sich danach, das tibetische Gebiet zu besuchen. Dafür muss es einige Gründe geben. Wovon werden sie angezogen? Einige Leute sagen, dass sie von dem blauen Himmel, den weißen Wolken und dem weiten grünen Grasland in der tibetischen Region angezogen werden. Aber diese natürlichen Landschaften sind keine Besonderheit der tibetischen Region, da sie auch anderswo zu sehen sind.
Tatsächlich ist die Anziehungskraft Tibets im Geist des Buddhismus verwurzelt, insbesondere in der Essenz des altruistischen Bodhichitta, das sich über Generationen hinweg bewahrt hat. Solange dieser Geist des Buddhismus in der tibetischen Hochebene bewahrt wird, werden die Menschen dort weiterhin einfach und rein sein, ohne viel Gier, Hass und Unwissenheit in ihrem Geist, und sie werden die Atmosphäre von Inklusivität, Freiheit und Gleichheit genießen. Aber sobald die Essenz des Buddhadharma in der tibetischen Region verschwindet, würden die Tibeter genauso unruhig werden wie die Menschen in den großen Städten. Denn ob Tibeter, Han-Mitbürger oder Menschen anderswo, dem Aussehen nach sind die meisten gewöhnliche Wesen. Gewöhnliche Menschen werden leicht von den Wellen der Gier, der Abneigung und der Unwissenheit erfasst und erfahren ständig Leiden. Deshalb werden auch die Menschen in Tibet ohne die Kultivierung des Buddhadharma unter geistigen und körperlichen Entbehrungen leiden.

Wenn man all die ungünstigen Bedingungen zerstreuen und günstige Unterstützungen erhalten möchte, kann man sich sicherlich auf Tara verlassen, und insbesondere auf dieses Gebet, dessen Segen zweifellos viele Errungenschaften hervorbringen kann. Viele große tibetische Meister, obwohl sie es nie offen erklärten, schlossen Tara in ihre Praxis der Drei Wurzeln ein, die wesentlichste Praxis, die jeder Vajrayana-Praktizierende braucht. Sie betrachten Padmasambhava als ihren Guru, Avalokiteshvara oder Manjushri als ihren Yidam, und Tara als ihre Dakini.
Einige weibliche Praktizierende mögen sich fragen, ob es für weibliche Praktizierende angemessen ist, Tara als ihre Dakini zu nehmen? In der Tat wird die sogenannte Dakini oft falsch interpretiert. Beim Praktizieren der Vollendungs- und Erzeugungsstufen bleibt die Visualisierung unabhängig von männlichen oder weiblichen Praktizierenden die gleiche. Eine weibliche Praktizierende sollte auch ihre eigenen Drei Wurzeln haben. Sie kann einen weiblichen Buddha wie Sarasvati, Tara oder Ekajati als ihre Dakini nehmen, Padmasambhava als ihren Wurzel-Guru, und einen Yidam haben, den ihr Wurzel-Guru für sie auswählt oder in den sie Vertrauen hat. Wenn wir in unserer Praxis Segnungen wünschen, verlassen wir uns auf unseren Guru; wenn wir spirituelle Vollendung wünschen, verlassen wir uns auf unseren Yidam; wenn wir unsere Aktivitäten schnell erfüllen wollen, verlassen wir uns auf unsere Dakini, deren Segen und Kraft immens sind. Insbesondere sollte für viele Praktizierende die Tara-Praxis in ihre Praxis der Drei Wurzeln einbezogen werden, weil Tara den zuverlässigsten und schnellsten Segen gewähren kann. Außerdem ist ihr Segen besonders heftig.

Heutzutage lieben es viele Menschen, Amulette zu kaufen und zu tragen. Eigentlich ist das Bild von Tara der beste Schutz von allen. Letztes Jahr habe ich einige kleine Tara-Karten anfertigen lassen und sie den Studenten hier in Larung gegeben. Wenn man sie ständig bei sich trägt oder sie im Auto oder im Haus aufbewahrt, wird sie einem ungemein nützen. In einigen Praktiken visualisieren wir Schutzsphären, um negative Einflüsse zu verhindern. Wenn man tatsächlich ein Bild von Tara aufbewahrt, dann können unter Taras Schutzkreise oder durch ihre flammenden Vajras alle äußeren Hindernisse und Katastrophen zerstört werden. Sie ist in der Lage, uns vor allen Arten von Gefahren zu bewahren. Wir sagen oft, dass Tara uns vor acht großen Ängsten schützen kann, wie der Angst vor Feuer, Wasser, Schlangen, Giften usw. All diese Katastrophen können durch die Kraft von Tara beseitigt werden.
Insbesondere leiden manche Menschen oft unfreiwillig unter den dämonischen Einflüssen. Obwohl sie äußerlich keinen größeren Negativitäten zu begegnen scheinen, ist ihr Geist sehr geplagt, voll von behindernden Emotionen. Das Gebet zu Tara kann helfen, auch solche Hindernisse zu überwinden. Der Grund dafür, dass die Praxis mancher Menschen unglaublich reibungslos und erfolgreich verläuft, ist, dass sie Schutz von innen haben, von ihren Gottheiten. Tara ist eine solche Gottheit, die einem Schutz gewähren kann.


Von Khenpo Sodargye; übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2021). Möge es von Nutzen sein!

Verfasst von: Enrico Kosmus | 15. April 2021

Arten der Ermächtigung

Reifung der unreifen Geistesströme von Schülern, die geeignete Gefäße sind, durch die höchste und tiefgründige Ermächtigung

Ein qualifizierter Vajra-König-Lehrer sät ordnungsgemäß die Samen der Reifung und der Befreiung zur gleichen Zeit, indem er sowohl die Ermächtigung der schöpferischen Kraft des ursprünglichen Gewahrseins als auch die wesentliche, tiefgründige Unterweisung als die wunderbare, höchste, vereinheitlichte Methode in vollständiger Übereinstimmung mit den Teilen der rituellen Abhandlung, einschließlich des Ortes, der Zeit und der Erfordernisse, erteilt. Dies wird Schülern gewährt, die sich nach dem Dharma sehnen und geeignete Gefäße des souveränen, höchsten Fahrzeugs sind, weil sie ihre Geistesströme mit den niederen Pfaden trainiert haben. Oder es wird von Anfang an bestimmten glücklichen Individuen mit scharfen Fähigkeiten gewährt, Schülern, die wenig Anhaftung an dieses Leben haben, die großes Vertrauen und Streben – nicht bloßes Lippenbekenntnis – für den essentiellen Dharma und den Guru haben, die ohne Vorspiegelung sind, wenn es darum geht, ihr Samaya zu bewahren, und die keine Betrüger sind, die, als ob sie von Mara betört wären, das ausstrahlen, was ein bloßer Schein von Ansicht und Meditation ist, oder das unfehlbare Gesetz der Handlungen und ihrer Ergebnisse verachten. Vielmehr sind sie in der Lage, sich in Übereinstimmung mit den Worten des Gurus der Praxis zu widmen. Es ist äußerst wichtig, dass die tiefgründige Methode zur Verwirklichung der letztendlichen Frucht jedes Mal exakt durchgeführt wird, um die entscheidenden Punkte in Übereinstimmung mit der Praxistradition der Liniengurus reifen zu lassen.
Hier sind die einzelnen Phasen der höheren Ermächtigung.

Ermächtigung mit Ausgestaltungen

In der Version mit Ausgestaltungen, katalysiert durch das Wasser der Vase, verschwinden der eigene Körper, die objektiven Erscheinungen und alles Anhaften an den Erscheinungen der Materialität an ihrem eigenen Platz. Dann erweckt (der Guru) die Vitalessenzen und die Chakras, die Massen von Licht sind, zusammen mit ihren Buchstaben. Durch diese Kraft reift der greifende Geist zusammen mit seinen karmischen Energien entweder direkt – ohne beseitigt zu werden – zur essentiellen Natur der natürlich befreiten, zugehörigen großen Glückseligkeit heran, oder es wird eine spezielle Potenz für eine solche Reifung in den Geistesstrom gepflanzt.

Ermächtigung ohne Ausgestaltungen

In der Version ohne Ausgestaltungen löst sich das Bodhicitta des Gurus – die Vitalessenzen, die aus den essentiellen Tropfen der unzerstörbaren Ambrosia besteht – in die Lampe des leeren Bindus auf, die natürlich im Chakra der großen Glückseligkeit am Scheitel des eigenen Lichtkörpers residiert. Die eigene Vitalessenz des vajra-ursprünglichen Gewahrseins, die von der des Gurus untrennbar ist, nimmt stark zu und füllt dadurch die aus den Lichtkanälen gebildeten Chakras vollständig aus, ebenso wie den Rest des eigenen Körpers, bis hin zu den Spitzen der Haare. Dies erweckt das ursprüngliche Gewahrsein, die Natur des ursprünglichen Gewahrseins – das selbst schon immer vollkommen war – in der wesentlichen Natur einer unvorstellbaren Erfahrung von Glückseligkeit, Klarheit und Nicht-Begrifflichkeit. Innerhalb dieses Zustandes wird die eigene schöpferische Kraft zusammen mit der Aktivität der Lebenskraft des ursprünglichen Gewahrseins kraftvoll nach innen gezogen. So tritt das Licht der vitalen Flüssigkeiten zusammen mit dem eigenen Körper, den Kanälen und Buchstaben spontan in den einzigen Geschmack des großen, nicht-begrifflichen, absoluten Raums des klaren Lichts ein und löst sich darin auf. Dies bewirkt, dass alle groben und subtilen Bewegungen – die sich auf die Konzeptualisierung von Zeichen beziehen, ob gut oder schlecht – ohne Rest in den absoluten Raum abklingen. Man reift allein zur ungekünstelten Nacktheit, die ursprünglich frei von Ausgestaltung ist und das Glück gewährt, das immerwährende Königreich ergreifen zu können.


Aus dem Kommentar zum Chetsün Nyingthig „Open Mind„; übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2021). Möge es von Nutzen sein!

Verfasst von: Enrico Kosmus | 13. April 2021

Buddha Shakyamuni Puja

Verfasst von: Enrico Kosmus | 11. April 2021

Sojong – Bekenntnispraxis / Bereinigung der drei Gelübdeklassen

Verfasst von: Enrico Kosmus | 10. April 2021

Simhamukha – the Dakini with the lion face

There are various forms of the Simhamukha. The primar appearance is the blue form. One famous lineage traces back to Bari Lotsawa. This famous translator introduced this dakini practice in Tibet and his lineage is famous within the Sakya tradition. This dharma cycle contains a bunch of general meditations practices and various activities related to the Simhamukha in different forms and for different purposes, mainly related to the four enlightened activities – so-called Buddha activities – which are pacifiying, enriching (or increasing), magnetizing (or controlling) and the wrathful subduing (or destruction).

With a body blue in colour, the face is that of a white lion, with three round yellow eyes, blazing fiercely with a gaping mouth, a yellow beard, eyebrows and hair flowing upward. The right hand holds upraised a curved knife to the sky, left a skullcup of blood to the heart, carrying a khatvanga staff tipped with a trident in the bend of the elbow supported against the shoulder. Adorned with a tiara of five skulls, red scarf, elephant skin, bone ornaments, a long snake and fifty freshly severed heads as a necklace, she wears a tiger skin skirt. Standing on the left leg with the right drawn up, trampling on a double triangle symbol, corpse, sun and multi-coloured lotus seat, Simhamukha in a mood of great fierceness dwells in the middle of a blazing fire of pristine awareness.

Furthermore the dakini Simhamukha is a tutelary deity arising out of the Chakrasamvara cycle of Tantras and belongs to the Anuttarayoga ‚wisdom‘ classification. The Sarma tradition Simhamukha is unrelated to the deity of the same name and appearance in the Nyingma ‚terma‘ (treasure) traditions. In that tradition, of the many forms of Padmasambhava, Simhamukha is a secret form of Guru Rinpoche.

Another famous form is the Simhamukha from Dudjom Rinpoche Jigdral Yeshe Dorje’s treasure cycle Khandro Thugthig. There she shows up in red form.

Extremely fierce and completely red in colour she has the face of a lion, with three round eyes, gazing fiercely with a gaping mouth, orange beard and hair flowing upward. With two hands the right holds aloft a vajra handled curved knife to the sky, left a white skullcup of blood to the heart, cradling a khatvanga staff tipped with a trident against the left shoulder. Wearing a tiara of five skulls, a dark orange scarf, elephant hide, bone ornaments, fifty severed heads as a necklace and a tiger skin skirt she stands on the left leg with the right drawn up in a dancing posture above a corpse, sun disc and orange lotus seat. Simhamukha dwells in the middle of a blazing orange fire of pristine awareness.

There is another widely practiced form of Simhamukha in the Dudjom tradition, and this is a green appearance.

In an earlier age, immeasurably long ago, at the end of the teachings of Amitabha, the Mara king Garab Wangchug caused a daughter called a tramen, Simhamukha, to appear in the world. She damaged the life force of all living beings, their flesh and blood, as well as their wealth and also the Buddhadharma, likewise the vision of the Tirthikas (Eternalists) flourished and the teachings of the Victorious One withered away.

At that time, the all Buddhas with their enlightened intention thought to tame the malicious witches by a suitable demoness looking like her and for this purpose they had to transform something that looked like her. From the fundamental space of timeless wisdom they made a torma in the guise of the appearance of the wrathful demon-conquering dakini and without exception all the Buddhas blessed and empowered her with the power and ability of their compassion. The hordes of the maras were vanquished, empowering the heroine. The magical power of the Torma at that time made the whole world tremble and shake. The Demoness (and) all the Tramen were altogether all shaken and they showed a wrathful, malicious expression.

The wisdom dakini Simhamukha, the wrathful demon-conquering one, rested in a state of immersion and equanimity while manifesting numerous magical phenomena and defeating the power of the demoness. She robbed their witchcraft and creative expression and subjugated all demons. The consciousness of the dakini was transferred to the realm of the expanse of the enlightened mind.

With the body was blessed the corpse place Crossed Great Mystery. The life essence mantras of the retinue of arrogant spirits were handed over and they were put under oath. Then they were appointed as protectors for the Buddhadharma. Therefore, the rotations of all the Dharma wheels of the tantras of the main figure of the secret mantra are contained in one big mandala.

Then in the age with the average life span of 100 years, Shakyamuni Buddha appeared in this world at that time. He performed perfect Buddhahood through the method of the ten transcendent perfections, especially in Varanasi (and) at Vulture Mountain, at the highest place, etc., he performs three successive turns of the Dharma Wheel. Further, the Great Secret at Blazing Mountain and the corpse place of Langka Peak, innumerable peaceful and wrathful mandalas appeared and the 18 great tantras were taught to the protectors of the wrathful mantra of Buddhadharma surrounding all without exception.

Especially at the corpse place Crossed Great Secret the retinue appeared and answered:  „Just as darkness (obscures) the sun in the center of the sky, the recitation of mantra will then be hiflreich.“

So it is said. This point was granted by the Lord of the Secret (Vajrapani) when he was asked. In the same way, the Conqueror has taken hold of Mara in the meditative concentration and rested in it, as the demon-conquering Dakini is the model, as said in the Metorite Iron Lightning Tantra. The 14-syllable (mantra) had no arms and legs, but was like a snake. Thereupon, the Buddha proclaimed it by means of the tantras, the father tantras, mother tantras, neutral, unsurpassable and the most profound tantras in five. These five are divided into the elaborate, the extremely elaborate, the summary, and the middle (versions). Vajrapani formed this mantra to be the life-heart mantra of all dakinis and as a protection and weapon to protect the teachings of the Buddha and hid it in the belly of a stupa as a treasure swollen whole by the demon-conquering. Thus, it is taught that it was hidden by Vajrapani at the mortuary place Great Crossed Secret in the belly of a stupa and sealed with seven seals as a secret treasure.

750 years after the Buddha entered Parinirvana, at this time at the Vajra Throne in India (Bodhgaya), the Dharma King Suryasimha presided over an assembly of 500 scholars and Dharma Protectors. Non-Buddhists, representatives of the doctrine of the Tirthikas prevailed, while at that time those of the Buddhists (fell behind) in the debate. The Dharma King and the great scholars invited the great master Padmasambhava and implored the demon vanquisher. Through the magical power of Padmas, the maras were defeated in the debate.

The non-Buddhists sent malicious mantras and streams of wrathful meteorite lightning appeared from the mortuary Great Crossed Secret. The 14-syllable wrathful mantra destroyed the tirthikas and rained down. The teachers of the six classes were killed by the lightning. All the heaping armies of the maras were defeated without exception and the teaching of Buddhadharma blossomed.

Then when the time came to spread the Buddhadharma in Tibet here, the great master Padmasambhava was invited by the Dharma King Thrisong De’u-Tsän and given the three jewels of body, speech and mind and especially the promise to preach the teachings of Sutra and Mantra. 111 years he remained in Tibet. At 73 in the Year of the Tiger, he has given countless teachings in Samye Chimpu, in Dragmar Ke’u-Tshang and other holy places in the circle of pure beings favored by fortune within the framework of the great realization practice of the main figure of the three roots of logos deities to the assembly of Sugatas.

In particular, he has (taught) the outer and inner (teachings) for defeating black magic and curses, dangers and savagery, and whose power of secret mantras, vidyamantras and dharanimantras resemble a fire at the end of the age, no matter how unattained and universally known the profound wrathful mantras of the Dakini generally are. This manifestation of the demon-conquering ones he has entrusted to Yeshe Tsogyal. The latter, on the basis of her perfect memory, has recorded them, written them down with the signs of the Dakini script and hidden them with the Samaya substance together with the life force support etc. especially for future generations to be tamed, as Terma in numerous places profoundly and secretly. This was hidden in Tibet especially in the noble land of Amdo in Ngaröl Tagtse on the right side of Shwadrag Dorje Chän by her.

Now in the age of decline, where the situation is given for taming, the emanation of the Drogben Khye’u-Chung Lotsawa, the incarnated great treasure finder, was invited to the Thragthung Dudjom Dorje Drolö Tsal. After 44 years, the time had come to awaken the seal of the pledge of utmost secrecy with wishful prayers and grant the reading transmission of the scripture called „The Adorned Vajra Body of Dakini“ in accordance with the yellow scrolls to the three fortunate sons of hearts and the Superior.

Verfasst von: Enrico Kosmus | 8. April 2021

Simhamukha – die löwenköpfige Dakini

Es gibt verschiedene Formen der Simhamukha. Die primäre Erscheinung ist die blaue Form. Eine berühmte Abstammungslinie geht auf Bari Lotsawa zurück. Dieser berühmte Übersetzer führte diese Dakini-Praxis in Tibet ein und seine Überlieferungslinie ist innerhalb der Sakya-Tradition berühmt. Der Dharma-Zyklus enthält eine Reihe allgemeiner Meditationspraktiken und verschiedene Aktivitäten, die sich auf den Simhamukha in verschiedenen Formen und zu verschiedenen Zwecken beziehen, hauptsächlich in Bezug auf die vier erleuchteten Aktivitäten – die sogenannten Buddha-Aktivitäten -, die befriedend, bereichernd (oder vergrößernd), magnetisierend (oder kontrollierend) und die zornvolle Unterwerfung (oder Zerstörung) sind.

Der Körper hat eine blaue Farbe, das Gesicht ist das eines weißen Löwen, mit drei runden gelben Augen, die mit einem klaffenden Mund, einem gelben Bart, Augenbrauen und nach oben fließendem Haar grimmig blicken. Die rechte Hand hält ein gekrümmtes Messer zum Himmel erhoben, die linke eine Schädelschale mit Blut zum Herzen, einen Khatvanga-Stab mit einem Dreizack in der Ellenbogenbeuge auf die Schulter gestützt tragend. Geschmückt mit einer Tiara aus fünf Schädeln, rotem Schal, Elefantenhaut, Knochenschmuck, einer langen Schlange und fünfzig frisch abgetrennten Köpfen als Halskette, trägt sie einen Rock aus Tigerfell. Auf dem linken Bein stehend, das rechte nach oben gezogen, auf einem doppelten Dreieckssymbol, einem Leichnam, einer Sonne und einem vielfarbigen Lotussitz trampelnd, verweilt Simhamukha in einer Stimmung großer Wildheit inmitten eines lodernden Feuers von ursprünglichem Gewahrsein.

Außerdem ist die Dakini Simhamukha eine Schutzgottheit, die aus dem Chakrasamvara-Zyklus der Tantras hervorgeht und zur Anuttarayoga-Klassifikation „Weisheit“ gehört. In der Sarma-Tradition ist Simhamukha nicht verwandt mit der Gottheit gleichen Namens und gleicher Erscheinung in den Nyingma-‚Terma‘-(Schatz-)Traditionen. In dieser Tradition ist Simhamukha unter den vielen Formen von Padmasambhava eine geheime Form von Guru Rinpoche.

Eine weitere berühmte Form ist die Simhamukha aus Dudjom Rinpoche Jigdral Yeshe Dorjes Schatzzyklus Khandro Thugthig. Dort zeigt sie sich in roter Form.

Extrem grimmig und komplett rot gefärbt hat sie das Gesicht eines Löwen, mit drei runden Augen, grimmig blickend mit klaffendem Mund, orangefarbenem Bart und nach oben fließendem Haar. Mit zwei Händen hält die rechte ein gebogenes Messer mit Vajra-Griff zum Himmel, die linke eine weiße Schädelschale mit Blut zum Herzen und wiegt einen Khatvanga-Stab mit einem Dreizack an der linken Schulter. Sie trägt eine Tiara aus fünf Schädeln, einen dunkel-orangenen Schal, Elefantenhaut, Knochenschmuck, fünfzig abgetrennte Köpfe als Halskette und einen Rock aus Tigerfell. Sie steht auf dem linken Bein, während das rechte in tänzerischer Haltung über einer Leiche, einer Sonnenscheibe und einem orangefarbenen Lotussitz hochgezogen ist. Simhamukha verweilt in der Mitte eines lodernden orangefarbenen Feuers von ursprünglichem Gewahrsein.

In der Dudjom-Tradition gibt es eine weitere, weit verbreitete Form von Simhamukha, und das ist eine grüne Erscheinung.

In einem früheren Zeitalter vor unermesslich langer Zeit, am Ende der Lehren des Amitabha, ließ der Mara-König Garab Wangchug eine Tochter, die eine Tramen, Simhamukha genannt, in der Welt erscheinen. Sie schädigte die Lebenskraft aller Lebewesen, ihr Fleisch und Blut, sowie ihren Reichtum und auch den Buddhadharma, ebenso blühte die Sicht der Tirthikas (Eternalisten) und die Lehre des Siegreichen verkümmerte.

Zu dieser Zeit gedachten die alle Buddhas mit ihrer erleuchteten Absicht die bösartigen Hexengeister durch eine passende, gleich wie sie aussehende Dämonin zu bezähmen und zu diesem Zweck mussten sie etwas verwandeln, das ihr gleich aussah. Aus dem grundlegenden Raum der zeitlosen Weisheit machten sie einen Torma in der Gestalt der Erscheinung der zornvollen dämonenbezwingenden Dakini und ausnahmslos alle Buddhas segneten und ermächtigten sie mit der Kraft und Fähigkeit ihres Mitgefühls. Die Horden der Maras wurden bezwungen, wodurch die Heldin ermächtigt wurde. Die magische Kraft des Tormas ließ zu dieser Zeit die ganze Welt erbeben und erzittern. Die Dämonin (und) alle Tramen wurden insgesamt alle erschüttert und sie zeigten einen zornvollen, bösartigen Ausdruck.

Die Weisheits-Dakini Simhamukha, die zornvolle Dämonenbezwingende, ruhte in einem Zustand der Versenkung und des Gleichmuts, während sie zahlreiche magische Erscheinungen manifestiert und die Kraft der Dämonin besiegte. Sie raubte deren Hexenkraft und schöpferische Ausdruckskraft und unterwarf alle Dämonen. Das Bewusstsein der Dakini wurde in den Bereich der Weite des erleuchteten Geistes übertragen.

Mit dem Körper wurde der Leichenplatz Gekreuztes Großes Geheimnis gesegnet. Die Lebensessenz-Mantras des Gefolges der arroganten Geister wurde ausgehändigt und sie wurden unter Eid gestellt. Dann wurden sie als Schützer für den Buddhadharma eingesetzt. Daher sind die Drehungen aller Dharma-Räder der Tantras der Hauptfigur des geheimen Mantras in einem einzigen großen Mandala enthalten.

Dann im Zeitalter mit der durchschnittlichen Lebensdauer von 100 Jahren erschien zu dieser Zeit der Buddha Shakyamuni in dieser Welt. Er führte die vollkommene Buddhaschaft durch die Methode der zehn transzendenten Vollkommenheiten aus, insbesondere in Varanasi (und) am Geierberg, am höchsten Ort usw. führt er drei aufeinanderfolgende Drehungen des Dharma-Rades durch. Ferner das Große Geheime am Lodernden Berg und dem Leichenplatz des Langka-Gipfels erschienen unzählig viele friedvolle und zornvolle Mandalas und die 18 großen Tantras wurden den ausnahmslos allen umgebenden Schützern des zornvollen Mantras des Buddhadharma gelehrt.

Besonders am Leichenplatz Gekreuztes Großes Geheimnis erschien das Gefolge und antwortete: „So wie Dunkelheit die Sonne in der Himmelsmitte (verdunkelt), wird die Rezitation Mantras dann hiflreich sein.“

So wird gesagt. Diesen Punkt hat der Herr des Geheimen (Vajrapani) gewährt, als er gefragt wurde. Auf dieselbe Weise hat der Bezwinger Maras in der meditativen Sammlung ergriffen und darin geruht, wie die dämonenbezwingende Dakini das Vorbild ist, wie im Metoriteisenblitz-Tantra gesagt wird. Das 14-Silben-(Mantra) hatte keine Arme und Beine, sondern war wie eine Schlange. Daraufhin hat der Buddha es mittels der Tantras, der Vater-Tantras, Mutter-Tantras, der neutralen, unübertreffliche und der tiefgründigsten Tantras in fünf verkündet. Diese fünf sind in die ausführlichen, die äußerst ausführlichen, die zusammengefassten und die mittleren (Fassungen) eingeteilt. Vajrapani formte dieses Mantra zum Lebensherz-Mantra aller Dakinis und als Schutz und Waffe, um die Lehren des Buddhas zu beschützen und verbarg es im Bauch eines Stupa als Schatz, der von der Dämonenbezwingenden ganz angeschwollen war. So wird es gelehrt, dass es von Vajrapani am Leichenplatz Großes Gekreuztes Geheimnis im Bauch eines Stupa verborgen und mit sieben Siegeln als geheimer Schatz versiegelt wurde.

750 Jahre nachdem der Buddha ins Parinirvana eingegangen war, wurde zu dieser Zeit am Vajra-Thron in Indien (Bodhgaya) saß der Dharma-König Suryasimha einer Versammlung von 500 Gelehrten und Dharma-Schützern vor. Nicht-Buddhisten, Vertreter der Lehre der Tirthikas nahmen Überhand, während zu dieser Zeit die Buddhisten in der Debatte (ins Hintertreffen gerieten). Der Dharma-König und die großen Gelehrten luden den großen Meister Padmasambhava ein und flehten den Dämonenbezwinger an. Durch die magische Kraft Padmas wurden die Maras in der Debatte besiegt.

Die Nicht-Buddhisten schickten bösartige Mantras und vom Leichenplatz Großes Gekreuztes Geheimnis erschienen Ströme von zornvollen Meteoriteisenblitzen. Das 14-silbige zornvolle Mantra vernichtete die Tirthikas und regnete herab. Die Lehrer der sechs Klassen wurden durch die Blitze getötet. Alle haufenweisen Armeen der Maras waren ausnahmslos besiegt und die Lehre des Buddhadharma erblühte.

Dann als die Zeit gekommen war, den Buddhadharma in Tibet hier zu verbreiten, wurde der große Meister Padmasambhava vom Dharma-König Thrisong De’u-Tsän eingeladen und den drei Juwelen mit Körper, Rede und Geist und speziell das Versprechen die Lehren von Sutra und Mantra zu verkünden. 111 Jahre blieb er in Tibet. Mit 73 im Jahr des Tigers hat er in Samye Chimpu, in Dragmar Ke’u-Tshang und weiteren heiligen Orten im Kreis der reinen, vom Glück begünstigten Wesen im Rahmen der großen Verwirklichungspraxis der Hauptfigur der drei Wurzeln der Logos-Gottheiten der Versammlung der Sugatas zahllose Belehrungen erteilt.

Insbesondere hat er die äußeren und inneren (Lehren) zum Besiegen von schwarzer Magie und Flüchen, Gefahren und Wildheit (gelehrt), und deren Kraft der geheimen Mantras, Vidyamantras und Dharanimantras einem Feuer am Ende des Zeitalters gleichen, egal wie unerreicht und überall bekannt die tiefgründigen zornvollen Mantras der Dakini allgemein sind. Diese Manifestation der Dämonenbezwingenden hat er der Yeshe Tsogyal übertragen. Diese hat sie aufgrund ihres perfekten Gedächtnisses erfasst, mit den Zeichen der Dakini-Schrift niedergeschrieben und mit der Samaya-Substanz zusammen mit der Lebenskraftstütze usw. speziell für zukünftige Generationen, die zu zähmen sind, als Terma an zahlreichen Plätzen tiefgründig und geheim verborgen. Dies wurde in Tibet speziell im edlen Land von Amdo in Ngaröl Tagtse an der rechten Seite des Shwadrag Dorje Chän von ihr verborgen.

Nun im Zeitalter des Niedergangs, wo die Situation zum Zähmen gegeben ist, wurde die Emanation des Drogben Khye’u-Chung Lotsawa, dem inkarnierten großen Schatzfinder, dem Thragthung Dudjom Dorje Drolö Tsal eingeladen. Nach 44 Jahren war die Zeit gekommen, das Siegel des Versprechens der äußersten Geheimhaltung mit Wunschgebeten zu erwecken und die Leseübertragung der Schrift, genannt „Der geschmückte Vajra-Körper der Dakini“ in Übereinstimmung mit den gelben Schriftrollen den drei glücklichen Herzenssöhnen und dem Überragenden zu gewähren.


Am Dakini-Tag praktizieren wir die rote Simhamukha aus dem Zyklus „Khandro Thugthig“ von Dudjom Rinpoche und bringen den Schützern einen Serkyem dar. Neben den allgemeinen Schützern bringen wir den Serkyem der Mamo Ngaksung Ekajati dar und führen die Abbitte an die Mamos und Dakinis durch.

Erforderliche Texte:
* Allgemeine Gebete;
* Simhamukha rot (KTT) Tsog-Puja;
* Mamo Ngaksung Ekajati;
* Mamo & Dakini Kangsöl; sowie
* Bekenntnisgebete & Tsog
Einige Texte sind auf rangdrol’s Blog erhältlich, andere auf Nachfrage.

Verfasst von: Enrico Kosmus | 5. April 2021

Zehn Elemente des Vajrayana

Die zehn Elemente des tantrischen Pfades

Der Pfad des Geheimen Mantra kann in zehn Elemente unterteilt werden.

Die Sichtweise, das Verhalten, Mandala, Ermächtigung und Samaya, Opfergaben, Mantra, Konzentration, Aktivitäten, Vollendung: So sollten die Tantras des Geheimen M antra unterteilt werden.

Betrachten wir diese der Reihe nach. Die Sichtweise betrifft die letztendliche Realität; das Verhalten ist das Aufgeben von Beschränkungen; das Mandala ist die Anordnung der Erscheinungen; die Ermächtigung zeigt den allmählichen Fortschritt an; Samaya ist das, was nicht übertreten werden darf; Opfergaben sind die Dinge, die den verschiedenen Sinnen dargeboten werden; Mudras binden, während Mantras rezitiert werden; Konzentration ist unerschütterlich; erleuchtete Aktivität wird gezeigt; Vollendung ist das, was angestrebt wird. Dies sind die sogenannten zehn Elemente der Tantras (oder elf, wenn Mudra und Mantra getrennt gezählt werden).

Dieselben Elemente sollten auf folgende Weise verstanden werden. Die Ansicht ist die unverfälschte Erkenntnis der grundlegenden Natur der Wissensobjekte oder Phänomene. Korrektes Verhalten in Bezug auf die für das Geheime Mantra spezifischen Aktivitäten besteht im Aufgeben der Beschränkungen des dualistischen Anhaftens. Die Phänomene der Stufen von Grund, Pfad und Ergebnis und die Anordnung aller Erscheinungen sind vollkommen wie das (Mandala der) Gottheit. Die Ermächtigung gibt die Fähigkeit, allmählich zu den Ebenen der gewöhnlichen und der letztendlichen Verwirklichung vorzudringen. Samaya besteht darin, die spezifischen Gebote nicht zu übertreten. Die gesamte phänomenale Existenz entsteht als Mudra der Opfergabe an die verschiedenen Sinnesfähigkeiten der Gottheit und an den Zustand der letztendlichen Realität. Für jemanden, der die wahre Natur der Phänomene, ihre drei Seinsweisen und ihre vierfache Verankerung erkennt, ist jede Bewegung des Atems Mantra. Alle Erscheinungen und Aktivitäten sind vollkommen vom Gewahrsein versiegelt; sie entfernen sich nicht von den vier Mudras. Die Konzentration wandert nicht von den tiefgründigen Stufen der Erzeugung und Vervollkommnung. Der Einsatz von Aktivitäten, die untrennbar mit der Sicht der letztendlichen Realität verbunden sind und die Natur der vier grenzenlosen Geisteshaltungen haben, ist sowohl für einen selbst als auch für andere von Nutzen. Vollendung schließlich bezieht sich auf das authentische Erreichen der gewünschten Verwirklichung.

Diese zehn Elemente lassen sich wie folgt zusammenfassen. Ermächtigung ist der Eintritt in den Pfad des Mantrayana. Denn obwohl wir in ihrem kausalen oder grundlegenden Aspekt bereits die vier Vajras von Körper, Rede, Geist und ursprünglicher Weisheit besitzen, sind sie noch nicht zu ihrem endgültigen resultierenden Zustand herangereift. Die zugehörige mitwirkende Bedingung für diese Reifung oder Verwirklichung ist Ermächtigung. Ermächtigung befähigt einen, über die vier Pfade zu meditieren und die vier resultierenden Kayas zu erlangen. Wie Vimalamitra in seinem Grundlagentext sagt:

So wie das Schärfen einer Klinge Kraft verleiht, gibt Ermächtigung, wenn sie wirklich erlangt wird, Kraft.

Und doch ist es nicht genug, nur eine Ermächtigung zu erhalten. Mit Ausnahme derjenigen, die das höchste Glück haben, die Befreiung genau im Moment der Einweihung zu erlangen, müssen alle anderen fleißig die Stufen der Erzeugung und Vervollkommnung meditieren. Dies sind die geschickten Mittel, durch die es möglich ist, sich von dem eigenen gewöhnlichen Körper, der Rede und dem Geist zu befreien, zusammen mit ihren gewohnheitsmäßigen Tendenzen, die das Antlitz der eigenen, innewohnenden, ursprünglichen Weisheit verhüllen. Und selbst wenn man über diese beiden Stufen meditiert, werden die beiden Errungenschaften nicht erreicht, wenn man es versäumt, das Samaya zu halten. Deshalb muss man in der eigenen Verhaltensweise und als günstige Bedingung für den Pfad der Praxis das Samaya vollkommen einhalten, wie die Tantras erklären. Wenn diese drei Elemente (Ermächtigung, Praxis und Samaya) zusammen aufrechterhalten werden, ist der Pfad des Mantrayana dem der Paramitas weit überlegen. Er ist ohne Zweifel der authentische, höchste Pfad. Wenn man andererseits versucht, die Stufen der Erzeugung und Vervollkommnung zu praktizieren, ohne Ermächtigung zu erhalten, oder wenn man praktiziert, aber gleichzeitig das Samaya vernachlässigt, ist der eigene Pfad nur ein schwacher Abglanz des Mantrayana-Pfades; er ist weder unverfälscht noch erhaben.


Aus dem „Schatzhaus der kostbaren Qualitäten“ (Treasury of Precious Qualities; vol. 2; Vajrayana and the Great Perfection by Jigme Lingpa; Commentary by Longchen Yeshe Dorje, Kangyur Rinpoche). Übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2021). Möge es von Nutzen sein!

Verfasst von: Enrico Kosmus | 3. April 2021

Meditativer Gleichmut

Aus dem Vajra-Herz-Tantra; von Dudjom Lingpa

Oh Kind aus guter Familie, bis du den Zustand der großen, den Intellekt übersteigenden Erschöpfung der Phänomene erlangt hast, überprüfe die Art und Weise wie Karma reift, ohne das es jemals einfach verschwindet und praktiziere fehlerfrei das Annehmen von Heilsamen und das Aufgeben von Laster. Erkenne die ungeheure Wichtigkeit davon und behüte es wie dein eigenes Leben. Insbesondere musst du die Wichtigkeit des Aufgebens des kleinsten Lasters und der geringsten Untat im Auge behalten. Wenn du das nicht machst und du hinsichtlich unheilsamen Verhalten verwirrt bist, dann wird die Macht der Übeltaten anwachsen bis vielleicht aufgrund der subtilen Verbindung zwischen Taten und ihren Ergebnissen verschiedene Verunreinigungen der gewohnheitsmäßigen Neigungen sich verbinden und gewaltige Konsequenzen auftreten werden und sie werden dich unerbittlich forttragen. Daher ist das Wissen um die Bedeutung von Handlungen und ihren Folgen wie die Augen, die dich befähigen, den Pfad zu sehen.

Durch Erwägungen über die Natur des Leidens im Daseinskreislaufs erkenne, dass der Daseinskreislauf wie eine Feuergrube, ein Schlangennest und wie ein Land der Rakshasas ist, ohne die geringste Gelegenheit auf Glück und widme dich ganz dem Streben nach Befreiung. Behalte diese Unerlässlichkeit des Erzeugens im Geist, bevor du ein Dharma-Praxis ausführst. Jene, die ihren Geist nicht auf diese Weise üben, auch wenn sie versuchen, die tiefgründigen praktischen Anweisungen anzuwenden, werden aufgeben und versagen, die Praxis bis zu ihrem Höhepunkt auszuführen, sobald Schwierigkeiten und kleine Dinge wie Hunger und Durst auftauchen. Nachdem du dich also in den Vier Gedanken, die den Geist wenden, geschult hast, ist es lebenswichtig, dass du diese ohne sie zu vergessen, jederzeit und in allen Lebenslagen beständig im Gedächtnis behältst. Das zu machen, ist das unübertroffene Kronjuwel aller Dharma-Praktizierenden.

Meditativer Gleichmut und postmeditative Phase

Was nun die Hauptpraxis angeht, so werden wahres Wissen und Erkenntnis des einen Geschmacks von allem in Samsara und Nirvana im Ozean des ursprünglichen Grundes, die Sicht der riesigen Weite des Raumes genannt und das umfasst die Manifestation deiner eigenen Natur als die Dharmakayas, frei von Zeichen. Was die Meditation angeht, so hat seit anfangslosen Lebenszeiten im Daseinskreislauf der ursprüngliche, uranfänglich grundlegende Samantabhadra den Geistesstrom aller fühlenden Wesen durchdrungen, so wie Sesamöl die Sesamsamen durchdringt. Jedoch unter dem Einfluss des dualistischen Greifens und Festhaltens an wahrer Existenz ist der Geist verdunkelt worden, so als ob die Finsternis hereingebrochen wäre und ist getäuscht worden. Aber nun, abgesehen vom Erkennen deiner eigenen Natur, gibt es nichts, auf das zu meditieren wäre und du erlangst Freiheit für dich selbst. Als ein Ergebnis, dass du deinen eigenen Grund erkennst, wird Freiheit im Bereich des angeborenen Raumes erlebt, strukturlos und vom Intellekt nicht verändert und du bist endlos in die große, selbstentstandene, ursprüngliche Ruhe versunken. Das ist als ob sich Raum mit Raum vermischt.

Früher hat dein Verstand zwischen einem Außen und Innen unterschieden und danach gegriffen, als ob sie verschieden wären. Nun hast du Gewissheit erlangt, dass es kein Außen und Innen gibt und du bist zur Natur der großen, alles durchdringenden Offenheit gelangt und das wird Meditation frei vom Intellekt und frei von Aktivität genannt. Im Zustand einer solchen Meditation lass deinen Körper bewegungslos ruhen, ohne ihn zu verändern, wie einen Leichnam am Leichenplatz. Die Stimme nicht zu verändern hat zur Folge, dass alle Rede und Rezitationen aufgegeben werden, als ob deine Stimme eine Laute wäre, deren Saiten durchtrennt worden sind. Den Geist nicht zu verändern hat zur Folge, dass man sich ganz natürlich in den Zustand des ursprünglichen Seins entspannt, ohne es in irgendeiner Weise zu verändern. Dies drei beinhalten auch das Aufgeben der Aktivitäten von Körper, Rede und Geist und das Niederlassen in meditativem Gleichmut, der frei von Aktivität ist. Aus diesem Grund wird dies meditativer Gleichmut genannt.

Wann immer du irgendeine Art der körperlichen oder sprachlichen Aktivität ausführst, wie Essen, Hinlegen, Gehen, Sitzen oder auf einem Marktplatz oder in einer Menschenmenge zu sein, bewahre das beständige Gewahrsein darüber, dass alle Dinge Ausdruck der Ungetrenntheit von Samsara und Nirvana sind, ohne jemals die Macht dieser Sicht zu verlieren. Entferne dich niemals aus dem Zustand des offenkundigen Gewahrseins, frei von Handlung, in dem die inneren Tiefen der Meditation nicht aufgegeben werden. Enthalte dich der Negativität unheilsamer Taten, als ob sie Gift wäre und gestatte niemals deinem Verhalten in Sorglosigkeit zu verfallen. Was dein körperliches Verhalten angeht, so handle ruhig und besonnen, fest und entschlossen, wie eine Tonstatue. Beim Gehen, bewege dich bedächtig, setze jeden Schritt in unbeschwerter Weise. Lass dein Benehmen wie das eines Löwen sein, ohne deinen Kopf umherzuwenden oder rasch nach rechts oder links zu blicken. Beim Aufstehen stehe langsam auf, nicht hastig und beim Essen kaue und schlucke mit Bedacht, nicht wie ein Yak, der Gras hinunterschlingt. Wenn du mit anderen sprichst, dann enthalte dich leichtfertiger und schnippischer Rede und sprich sanft und mit Bedacht. Stimme deine Rede ab, sodass du die Wahrheit zum Ausdruck bringst, freundlich und unbeschwert sprichst, ohne den Geist anderer zu stören. Lass deinen Geist ruhig, beherrscht und weit sein, ohne emotionalen Schwankungen unterworfen. Habe gütige Gedanken und große Selbstlosigkeit und ohne Hinterhältigkeit oder Selbstüberschätzung zu sprechen und sich zu verhalten ist die Art und Weise, wie du deinen Geist dem Dharma zuwendest.

Insbesondere als ein Zeichen deiner eigenen großen Fehler siehst du jeden als fehlerhaft, ohne jemanden als fehlerlos wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung ist wie die jener Leute, die alles als Schlangen ansehen, wenn sie Datura gegessen haben oder jene mit dem Leiden einer Gallenstörung, die eine weiße Muschel gelb sehen. Die Leute, die anders sind als du, werden ausnahmslos als unvollkommen wahrgenommen, während du keine Fehler bei jenen siehst, die dir nahe sind wie deine Brüder, Schwestern, Neffen und Onkel. Sie werden immer als gut betrachtet. Du betrachtest deine eigene Site als göttlich und die andere Seite als dämonisch. Hör auf damit! Betrachte jeden als fehlerlos und erkenne alle Fehler als deine eigenen. Das ist ein entscheidender Aspekt in deinem Verhalten. Wenn du Ansehen und Ruhm besitzt, missachte nicht jene, die schwach, machtlos, verarmt und schüchtern sind. Denn wenn du versagst, freundlich zu allen zu sein, dann besteht die Möglichkeit, dass solch ein Unglück dir vielleicht widerfährt und sie werden sich alle im Zorn gegen dich erheben. Weil die Lebensumstände degenerieren, werden jene in königlicher Stellung, Macht und Reichtum eventuell in niedrige Bereiche und Armut fallen. Indem du diese Angelegenheit untersuchst, hege gegen niemanden Bösartigkeit. Das ist wichtig.


Aus dem Vajra-Herz-Tantra; von Dudjom Lingpa; übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2015). Möge es von Nutzen sein!

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