Verfasst von: Enrico Kosmus | 25. Oktober 2018

Den Lehrer respektieren

theravada-buddhism-1769626_1920Im Allgemeinen hängen alle Qualitäten des Pfades von einem spirituellen Freund ab. Die Sutras lehren, dass man den spirituellen Freund als einen Buddha betrachten sollte. Insbesondere, ohne sich auf die Ermächtigungen und Schlüsselanweisungen eines Vajra-Meisters zu verlassen, ist es unmöglich, dass der Pfad des Mantras im eigenen Wesen aufgeht. Daher ist der Meister im Wesentlichen der gleiche wie alle Buddhas, aber noch freundlicher. Aus diesem Grund wird gesagt, dass das Darbringen eines Opfers an nur eine Pore des Körpers eines Lehrers nützlicher ist, als allen Buddhas in Raum und Zeit Opfergaben zu geben. Daher ist die erste fundamentale Niederlage, der ungeheuer schwer ist, die Abneigung gegenüber dem Meister, von dem man Ermächtigungen und Kernanweisungen des Vajrayanas erhalten hat oder die Absichten des Meisters physisch und verbal zu behindern.

Im Allgemeinen gibt es fünf Arten von Lehrern: 1) Führer, die dich durch das Tor der Lehre führen, genauso wie ein Lehrer, der Ordination gibt; 2) Meister, die die Lehren erhellen und das Sein befreien; 3) Meister, die Schlüsselanweisungen übermitteln, wie zum Beispiel ein spiritueller Meister, der einen dazu bringt, den Erleuchtungsgeist zu entwickeln; 4) Meister, die bei einem beschädigte und gebrochene Gelübde reparieren, das heißt, das Objekt für die Bekenntnisse der eigenen untugendhaften Taten; und 5) Meister der Ermächtigungen und Samayas, d.h. diejenigen, die Ermächtigungen gewähren. Andere spirituelle Freunde, die dir Güte, wenn auch nur leicht, gezeigt haben, die aber nicht zu diesen fünf gehören, sind als gewöhnliche Meister bekannt. Von diesen sechs sollte man den gewöhnlichen Lehrern den Respekt zeigen, den ein kranker Mensch seinem Arzt zeigen würde. Die außergewöhnlichen Lehrer, die uns den Pfad des Mantras zeigen, sollten andererseits als ein wirklicher Buddha angesehen und respektiert werden.

Eine andere Formulierung enthält die folgende Einteilung: 1) die allgemeinen Lehrer, die tugendhafte spirituelle Freunde sind; und 2) die führenden Lehrer, die die Lehre von den Vollkommenheiten erhellen; sowie 3) Lehrer, die die Ermächtigung des Mantras erteilen; 4) Lehrer, die die Tantras erklären; 5) Lehrer, die verfallenen und gebrochene Gelübde bereinigen; und 6) Lehrer, die die Schlüsselanweisungen geben. Dementsprechend sollten diese respektiert werden 1) als der eigene König; 2) als jemandes Bruder; 3) als jemandes Vater; 4) als die eigene Mutter; 5) als jemandes Augen; und 6) als noch spezieller als das eigene Herz. Ein Meister, der Ermächtigungen übermittelt, die Tantras erklärt und Schlüsselanweisungen erteilt, hat drei Formen von Freundlichkeit gezeigt und sollte immensen Respekt erhalten.


Von Mipham Rinpoche „Lichthafte Essenz – ein Kommentar zum Guhyagarbha-Tantra“. Übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2018). Möge es von Nutzen sein!


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